Reitturniere sind nicht nur für die Veranstalter, sondern auch für die Teilnehmer und ihre Pferde immer eine aufwändige Sache. Auch schon in Vor-Corona-Zeiten. Damit der Aufwand auch mit einer Schleife in der erhofften Farbe belohnt wird, gilt es, vor dem Start und über den Hindernissen ein paar Dinge zu beachten.

Mit der richtigen Planung des Turniertages bleibt der Kopf frei für die notwendige Konzentration auf den Ritt im Parcours. Damit nicht schon bei der Anreise Stress aufkommt, sollten Sie für die Fahrt mit dem Hänger ausreichend Zeit einplanen. Wer zudem genau weiß, wie lange er braucht, um sein Pferd und sich Zuhause „startklar“ zu machen, ist bei der Zeitplanung der Anreise klar im Vorteil. Eine kleine zusätzliche Zeitreserve von 10 bis 20 Minuten sorgt bei der Anreise für mehr Gelassenheit. Bedenken Sie dabei auch, dass die derzeit unter Corona-Bedingung stattfindenden Turniere auf dem Turniergelände eine geänderte Wegführung zu den Reitplätzen und der Meldestelle haben können. Sich dabei einen Überblick zu verschaffen, kann durchaus ein wenig Zeit kosten.

Übrigens: Um Turnier-Routine zu bekommen kann es für Reiter und Pferd ganz nützlich sein, nicht immer nur in der heimischen Halle zu trainieren. Fragen Sie bei den Vorständen der umliegenden Reitvereine ruhig einmal an, ob Sie zu Übungszwecken auch deren Reitplätze gelegentlich einmal nutzen dürfen. Wer lernt, sich auf fremden Reitanlagen zu orientieren, bekommt Sicherheit für die Turnierteilname.

 

Die Parcoursbegehung richtig nutzen

Bei der Begehung des Springplatzes zur Parcoursbesichtigung sollten Sie sich nicht nur die vorgegebene Streckenführung über die Hindernisse einprägen. Achten Sie dabei nicht nur auf den Weg, sondern auch auf wichtige Details: Wo befindet sich der Richterturm, wo ist der Einritt, wo steht die Anzeigetafel? Wer sich dieserart im Parcours auskennt wie in der berühmten „Westentasche“, hat es beim Ritt leichter, sich auf sein Pferd zu konzentrieren.

 

Vor dem Start nicht „auspowern“

Ein anspruchsvoller Parcours kostet ein Pferd viel Kraft. Deshalb ist es ganz wichtig, mit den Kraftreserven seines Pferdes richtig zu haushalten. Dazu zählt auch, seinen vierbeinigen Sportpartner nicht schon auf dem Abreiteplatz durch beständiges Springen der aufgestellten Übungshindernisse zu „verheizen“. Erfolgreiches Springen lernen Pferde (und Reiter) zu Hause, und nicht auf dem Abreiteplatz wenige Minuten vor dem Start. Wer es hier gelassen angehen lässt, ist der Schleife schon ein gutes Stück näher gekommen.

 

Der erste Eindruck zählt

Wer bereits beim Einreiten patzt, bekommt keine zweite Chance. Sehen Sie das Einreiten und richtige Grüßen der Richter (mit Blickkontakt!) als Ihre reiterliche Visitenkarte. Sicheres Halten des Pferdes und deutliches Grüßen machen Eindruck und wirken professionell. Ein unruhig tänzelndes Pferd und ein hingehuschter Gruß des Reiters lassen die Richter für den Ritt nichts Gutes erahnen. Und solche Patzer schlagen dann auch in der Wertnote zu Buche. Wer schon vor dem Einritt nervös ist, kann sich als Trost vor Augen führen, dass das erstens ganz normal vor einer Prüfung ist, und zweitens, dass er oder sie auf dem Turnierplatz damit ganz sicher nicht alleine ist.

 

Kein „Versuchslabor“

Ein Turnier ist nicht der geeignete Ort, um erstmalig neu angeschafftes Equipment auszuprobieren. Die neue Trense, das neue Reithalfter sollte wenigsten ein paar Tage vor dem Turnierstart und in Ruhe verschnallt und ausprobiert werden. Denn Neues führt bei Pferden oft zu Unsicherheiten, die sich in Verspannungen und nervösem Verhalten zeigen. Und das wiederum braucht nun wirklich keiner auf einem Turnier – die Pferde nicht, die Reiter nicht, und erst recht nicht die Richter. Außerdem ist die Situation vor dem Start schon stressgeladen genug. Verbauen Sie sich nicht die Chance auf eine Platzierung, weil sich gerade jetzt zeigt, dass Ihr Pferd mit Ihrer Neuanschaffung nicht zurechtkommt.

 

Der richtige Rhythmus zählt

Rhythmisches Galoppieren ermöglicht dem Pferd, sich im Parcours zu konzentrieren, und es erleichtert seine Atmung. Um zwischen den Hindernissen Ruhe in den Ritt zu bekommen, kann das Zählen der Galoppsprünge Wunder wirken. Um sich den Weg über die Hindernisse gut einteilen zu können, sollten Sie im Training genau herausfinden, wie viele Galoppsprünge Ihr Pferd für welche Distanzen braucht. Schließlich gibt es Pferde mit einem raumgreifenden Galopp und solche, die eher mit kurzen Galoppsprüngen unterwegs sind. Aber damit nicht weniger erfolglos.