Neben der sachgerechten Ausbildung von Pferd und Reiter ist ein gepflegter Sattel die beste Versicherung, wenn es zwischen Mensch und Tier einmal zu Unstimmigkeiten kommt. Doch in den Sattelkammern landauf, landab lagert so manches „alte Schätzchen“, das zwar nach Kräften benutzt, aber nur selten oder gar nicht gepflegt wird. Gerade in der nasskalten Jahreszeit ist die im Allgemeinen bei Reitern eher ungeliebte Arbeit des Sattelputzens aber besonders wichtig. Denn: „Der größte Feind für einen Sattel ist im Herbst und Winter die Feuchtigkeit“ sagt Charlotte Lemke, ihres Zeichens Sattlermeisterin im Hause Stübben. „Das Leder nimmt immer den Zustand der Umgebung an. Ist die Umgebungsluft zu feucht, gelangt auch viel Feuchtigkeit in das Leder. Dadurch bekommen die darin befindlichen Bakterien optimale Lebensbedingungen. Das ist spätestens dann besonders gut zu sehen, wenn der Sattel anfängt zu schimmeln.“ Die optimale Lufttemperatur sollte in der Sattelkammer deshalb auch in der kalten Jahreszeit beständig bei etwa 17° bis 22° Celsius liegen. Rutscht die Temperatur unter 15° Celsius, nimmt die Luftfeuchtigkeit in der Sattelkammer zu, und das Leder bekommt Stress durch Bakterienvermehrung und nachfolgender Schimmelbildung.

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Auch Sättel müssen nach dem Ritt abgepflegt werden

Kommen Sie nach einem flotten Ritt auf schlammigen Wegen wieder zurück nach Hause, braucht nicht nur Ihr vierbeiniger Sportpartner viel Pflege, sondern auch Ihr mitunter ja nicht ganz billiger Sattel. Waschen Sie Matsch und Schmutz zunächst mit einem Schwamm und klarem, warmem Wasser von Ihrem Sattel ab. Dann mit einem Handtuch gut abtrocknen. Anschließend bearbeiten Sie den Sattel mit einer guten Sattelseife. Das ist notwendig, um die Poren des Leders zu reinigen. Lemke: „Zum Schluss tragen Sie noch ein gutes Lederpflegeprodukt aus dem Reitsport-Fachhandel auf. Bestehen die Pauschen Ihres Sattels aus Wildleder, dann Beachten Sie bei der Sattelpflege, dass das Glattleder der Sattelblätter und des Sattelsitzes ein anderes Lederpflegemittel braucht als das aufgeraute Wildleder.“

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Nur gepflegt ist sicher

Wird Ihr Sattel jeden Tag benutzt, sollte er etwa alle zwei bis vier Wochen mit einer ausgiebigen Pflege-Session verwöhnt werden. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf die sogenannten „Sturzfedern“, mit denen die Steigbügelriemen am Sattel befestigt sind. Sie sind bei einem Sturz gewissermaßen eine Art „Sollbruchstelle“, damit sich der Riemen löst und der Reiter nicht im Steigbügel hängenbleibt und von einem durchgehenden Pferd mitgeschliffen wird. Üblicherweise werden die Sturzfedern am hinteren Ende hochgeklappt, so dass der Bügelriemen im „Normalbetrieb“ an Ort und Stelle verbleibt. „Bei wenig gepflegten Sätteln ist dieser Mechanismus allerding durch Staub und Schmutz arg behindert“ weiß Charlotte Lemke aus ihrer täglichen Arbeit als Sattlermeisterin. „Dann sollten die Sturzfedern entweder vollständig aufbleiben, oder mit ein wenig Maschinenöl vorsichtig wieder gangbar gemacht werden.“ Und noch ein Tipp von ihr: „Lagern Sie nie einen verschwitzten Sattelgurt auf dem Sitz des Sattels. Denn kann der Pferdeschweiß vom Gurt nicht trocknen, zieht er ins Leder des Sattels, und macht es nach und nach kaputt“.

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