Die Corona-Krise macht auch vor dem nationalen und internationalen Turniergeschehen nicht halt. Das hat weitreichende Folgen. Wie geht es weiter, wenn derzeit bereits wichtige Turniere abgesagt werden müssen, und demnächst der Start der „Grünen Saison“ bevorsteht?

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Pferde mit dem SARS-CoViD-19-Erreger infiziert wurden. Das Friedrich-Löffler-Institut weist allerdings darauf hin, dass zu der Frage, ob sich Pferde mit dem Coronavirus infizieren können, derzeit noch keine tiefergehenden Untersuchungen vorliegen. In diesem Zusammenhang ist die Frage viel wichtiger, wie die Versorgung und das Wohlergehen von Pferden sichergestellt werden kann für den Fall, dass Betreiber oder Mitarbeiter von Pferdebetrieben erkranken oder unter Quarantäne gestellt werden müssen. Und das bezieht sich nicht nur auf die tägliche Fütterung und Bewegung der Tiere. Auch die Organisation der fortlaufenden Beschaffung von Futtermitteln, Heu und Einstreu muss im Vorfeld zwischen allen Beteiligten abgesprochen und auf den Ernstfall vorbereitet sein.

 

Große Auswirkungen auf das Turniergeschehen

Dortmund, 15. März 2020. Am vergangenen Sonntagmorgen um 10.08 Uhr traf bei den Veranstaltern des Signal-Iduna-Cups, der bereits seit Donnerstagnachmittag vor leeren Zuschauerrängen stattfinden musste, eine Verfügung der Stadt Dortmund ein, die Veranstaltung unverzüglich abzubrechen. Um 10.30 Uhr wurde der Cup für beendet erklärt. Was zur Folge hatte, dass der Grand Prix Special und der Große Preis nicht mehr ausgetragen werden konnten, und den Teilnehmern somit wichtige Wertungspunkte entgingen.

Aber die Angst vor Corona zieht noch weitere Kreise. Denn nicht nur Reitern, auch Sportlern anderer Disziplinen fehlen mit Hinblick auf die Vorbereitung und Qualifizierung zur Teilnahme an den Olympischen Spielen im Juli dieses Jahres wichtige Wettkämpfe und Trainingseinheiten. Allerdings rechnen die FN und das DOKR derzeit nicht mit einer Verschiebung oder gar Absage der Olympischen Spiele. Die Vorbereitungen auf die Olympiade gehen derzeit wie geplant weiter. Allerdings haben die FN und das DOKR alle Eigenveranstaltungen vom 16. März bis zum 30. April 2020 abgesagt. Zu den davon betroffenen Veranstaltungen zählen zum Beispiel alle Trainings- und Sichtungsmaßnahmen sowie sämtliche Tagungen, Symposien und Konferenzen, und auch der Parlamentarische Abend in Berlin ist vorsichtshalber abgesagt worden.

Auch auf der Ebene der regionalen Reitsportveranstaltungen wird es aufgrund des Coronavirus aller Wahrscheinlichkeit nach zu zahlreichen Turnierausfällen kommen, wie das Beispiel des Signal-Iduna-Cups in Dortmund zeigt. Ob ein Turnier stattfinden kann oder nicht, entscheiden die örtlichen Gesundheitsämter, die wiederum den Weisungen der Gesundheitsbehörden der Länder und letztendlich dem Bundesministerium für Gesundheit unterstehen. Ob das oder die Turniere, für das oder die Sie gemeldet haben, abgesagt wird bzw. werden, kann dem FN-Nennungssystem NEON (www.nennung-online.de) entnommen werden. Weitere Ansprechpartner sind die Veranstalter und die jeweils zuständigen Landespferdesportverbände, die auch Auskunft zur Rückerstattung bereits bezahlter Meldegebühren Auskunft geben können.

 

Wie geht es weiter?

Leider steht es noch in den Sternen, ab wann die Corona-Pandemie auch hierzulande für Beendet erklärt werden kann. Das bedeutet, dass auch Turniere, die später im Jahr stattfinden sollen, Gefahr laufen, abgesagt werden zu müssen. Die FN rät derzeit allen Turnierbetreibern daher, sich intensiv und rechtzeitig mit den örtlichen Gesundheitsämtern abzustimmen. Und laut den Vorgaben der Leistungs-Prüfung-Ordnung (LPO) ist es zudem möglich, den Nennungsschluss auf maximal fünf Tage vor Beginn des Turniers zu legen. Das gibt Teilnehmern und Veranstaltung einen flexibleren Handlungsspielraum, mit einer Absage des Turniertermins entsprechend umzugehen.

Muss ein Turnier abgesagt werden, haben Turnierveranstalter auf der FN-Nennungsplattform NEON die Möglichkeit, dort „Wichtige Informationen“ bereitzustellen. TORIS unterstützt beim Versenden von E-Mails an registrierte Teilnehmer und Richter, um eine Turnierabsage rechtzeitig an die Betroffenen weiterzugeben (Übersichten-Listen > Veranstaltung Vorbereitung > Briefe / Email-Exportdatei).

Welche Folgen das Coronavirus für den Reitsport hierzulande und weltweit haben wird, und wie die verantwortlichen Sportgremien ihr Turnier-Management in nächster Zukunft handhaben werden, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Ein ganz wichtiges Werkzeug bei der Eindämmung dieser Pandemie ist auch im Reitsport das verantwortungsvolle Handeln jedes Einzelnen. Und das kann derzeit auch bedeuten, den Anspruch an die eigene Turnier-Jahresplanung freiwillig etwas herunterzuschrauben. Zuhause bleiben, „abwarten und Tee trinken“ – anders geht es im Moment nun mal nicht.

Bleiben Sie gesund.