Sie heißen Püppi, Jule, Drops, Atila oder Lutz – bei der Wahl des Namens für ihre Pferde sind manche Reiter ausgesprochen phantasievoll unterwegs, andere wiederum benennen ihre Pferde einfach nach „Schema F“. Was macht einen passenden Pferdenamen aus?

Namen sind mehr als Schall und Rauch. Zumindest, was Pferdenamen betrifft. Denn der Name eines Pferdes verrät viel über die Beziehung des Besitzers zu seinem Tier. Sind Sie zufällig gerade kein Züchter von Rassepferden, bei denen zumindest der Anfangsbuchstabe des Namens vom zuständigen Zuchtverband von Fohlen an bereits vorgegeben ist, haben Sie als Halter eines Freizeitpferdes bei der Namensgebung für ihren Vierbeiner so ziemlich alle Freiheiten der Welt. Was die Sache natürlich nicht unbedingt einfacher macht. Denn damit nicht nur Sie, sondern auch Ihr Pferd mit der Namensfindung zurechtkommt, sollten Sie bei der Auswahl des Namens auf einige Dinge Rücksicht nehmen.

 

Kurz und bündig

Rein „technisch“ gesehen gibt es bei der Namenswahl grundsätzlich zweierlei zu bedenken. Zum einen muss der Pferdename einfach und markant klingen. Zweisilbige Namen eignen sich dafür sehr gut, weil sie für das Pferdegedächtnis sehr eingängig sind.

Zum anderen sollte der Name natürlich auch zum Charakter und Wesen des Pferdes passen. Einem imposanten, großrahmigen Warmblutwallach den Namen „Pumuckel“ zu geben, schert das Pferd vielleicht wenig, macht aber trotzdem auf andere pferdebegeisterte Mitmenschen einen eher unpassenden Eindruck. Wer sich ein neues Pferd angeschafft hat, sollte sich bei der Wahl des Namens für sein Reittier ruhig ein wenig Zeit lassen. Denn der erste vermeintlich namensgebende Eindruck kann täuschen. Bekommt eine anfangs etwas scheue, schreckhafte Stute aufgrund ihres Verhaltens beispielsweise den Namen „Furious Lady“, entwickelt sie sich dann aber nach einer Weile zu einem ganz entspannten Sport- und Freizeitpartner, will der Name dann nicht mehr so recht zutreffen.

Sofern sie zu einem Pferd passen, sind fremdländische Namen unter Pferdeleuten sehr beliebt. Es mag dabei zunächst vielleicht abwegig klingen, aber wer mit seinem Pferd viel auf Turnieren unterwegs ist, sollte dabei bedenken, dass nicht alle Menschen gleichermaßen sprachgewandt sind. Ich erinnere mich an ein Pferd mit dem schönen französischen Namen „Lucien“, bei dem mehr als nur ein Turniersprecher ins Straucheln geriet. Dessen Reiter entschied daraufhin irgendwann stark angenervt, sein Pferd nur noch unter dem Namen „Lutz“ zu melden. Damit waren die sprachtechnischen Probleme gelöst.

 

Umbenennen gut überlegen

Wer sich ein Pferd zulegt, möchte ihm verständlicherweise auch gerne einen persönlich ausgewählten Namen geben. Bei noch namenlosen Jungpferden ist das auch kein Problem. Bei älteren Pferden sollten Sie allerdings darauf Rücksicht nehmen, dass sich Ihr Pferd an seinen Namen gewöhnt hat und auf ihn hört. Einem „Rinaldo“ beizubringen, dass er bei seinem neuen Besitzer jetzt plötzlich auf „Urmel“ hören soll, wird sicher eine Weile dauern. Und ob sein neuer Name das Pferd unbedingt glücklicher macht, ist auch nicht so gewiss.

Wer sein Pferd nicht nur für den täglichen Umgang, sondern auch offiziell im Pferdepass umbenennen will, muss dafür ein Antragsformular der FN ausfüllen, und dieses zusammen mit dem Original-Pferdepass per Einschreiben zurück nach Warendorf schicken. Dort wird dann der neue Name offiziell in alle Dokumente übertragen. Allerdings ist das Umbenennen keine ganz billige Angelegenheit. Denn die Bearbeitungsgebühr der FN für eine Namensumnennung liegt aktuell bei etwas mehr als 90,- Euro. Namen sind manchmal eben mehr als Schall und Rauch.