Was jetzt in den Futtertrog gehört – und was besser nicht.

Endlich Licht, endlich Sonne, endlich der erste Hauch von Frühling. Und auch unsere Pferde bekommen genau mit, dass sich der Winter (so es denn überhaupt ein solcher wirklich war) allmählich verabschiedet. Der Jahreszeitenwechsel bedingt aber auch, dass der Stoffwechsel unserer Pferde nun total umgekrempelt wird. War bisher eher ein „Sparmodus“ angesagt, stehen die Zeichen nun auf ein Hochfahren der Leistungsreserven. Robustpferde verlieren nun mit Hochdruck ihr dichtes, pummelig-gemütliches Winterfell, und auch „Sportcracks“, deren Training in der Winterpause stoffwechselbedingt etwas heruntergefahren werden musste, wollen jetzt wieder zeigen, was sie können. Das führt dazu, dass sie unter dem Sattel bisweilen ein wenig „kernig“ werden können, wenn es endlich wieder nach draußen geht.

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Das Auge des Reiters füttert das Pferd

Diese Erkenntnis der alten Reitmeister vergangener Zeiten hat sich die Jahrhunderte hindurch bis heute bewährt. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Futterberechnungsformeln, welches Pferd bei einem Körpergewicht von soundso vielen Kilogramm und einer Tagesleistung von wenig bis viel wie viel Raufutter, Saft- und Kraftfutter zu bekommen hat. Aber so individuell unsere Pferde heutzutage genutzt werden, so unterschiedlich die sportlichen Ansprüche an sie sind, und so groß sich die Rassevielfalt unserer Vierbeiner zeigt, können wir unsere Pferde nicht (mehr) nach „Schema F“ füttern. Der Isländer und der Fjordi möchten jetzt endlich ganz schnell ihr dichtes Winterfell loswerden und ihr Sommerfell ausbilden. Also brauchen sie jetzt vermehrt Schwefelverbindungen in der Zusammensetzung ihres Futters. Da darf es für den Moment dann gerne auch ein Haferkorn mehr im Futter sein. Auch das Warmblut kommt jetzt aus dem „Winterquark“ heraus (sprich: fährt seinen Stoffwechsel hoch), würde aber bei vermehrter Hafer- bzw. Kraftfuttergabe quasi unter dem Sattel „explodieren“. Welches Pferd also jetzt was und wie viel davon bekommt, hängt von unglaublich vielen Faktoren ab, und lässt sich in keiner Weise verallgemeinern. Ein ganz schlechter Ratgeber sind dabei „Dr. Google“ und das Internet. Fragen Sie im Zweifelsfall lieber einen erfahrenen Reitlehrer oder einen Landwirt alten Schlages, der Ihr Pferd idealerweise sogar noch persönlich kennt und richtig einschätzen kann.

 

Möhrendoping verstärkt die Rosse

Viele Reiter (und natürlich auch Reiterinnen) von Stuten haben sicherlich schon die Erfahrung gemacht, dass im Frühling die erste Rosse des Jahres besonders heftig ausfällt. Was nicht weiter verwunderlich ist, sind doch jetzt endlich alle Bedingungen vorhanden, die den Stutenzyklus ordentlich in Schwung bringen: die Tageslänge nimmt zu, die Temperaturen steigen in den Wohlfühlbereich ab sieben Grad Celsius aufwärts, und die ersten zartgrünen Blätter und Sprossen ragen auf der Weide direkt vor der Pferdenase zaghaft aus dem Boden.

Wer jetzt großzügig der wohlmeinenden Empfehlung folgt, die Futterration seiner Stute mit einer Extraportion Frischfutter, vorzugsweise Möhren, aufzupeppen, sollte allerdings wissen, was er tut. Denn das im Möhrengemüse in großen Mengen vorhandene Vitamin-A ist in Verbindung mit der zunehmenden Tageslichtmenge ein echter „Rosse-Dope“, der so manche Stute in ihrer ersten Rosse bisweilen komplett „ungenießbar“ macht. Im Umgang. Unter dem Sattel. Und überhaupt. Gegen ein kleines Möhrchen im Futter ist zwar nichts einzuwenden, solange es tatsächlich bei nur einem Möhrenleckerli bleibt. Alles andere sollte man sich gerade jetzt zu Frühlingsbeginn bei besonders empfindlichen Stuten allerdings genau überlegen. Es sei denn, Sie sind zufälligerweise gerade ein Pferdezüchter, und sehen der ersten Rosse Ihrer Stute(n) fieberhaft entgegen. Dann nichts wie ab zur nächsten Genossenschaft, und säckeweise Futtermöhren mitnehmen!

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Zartes Grün hat es in sich

Auch wenn die Koppeln und Pferdeweiden jetzt noch bei weitem kein sprießendes Grün erkennen lassen – an Waldrändern und entlang wenig genutzter Feldwege sprießt das erste Gras der Weidesaison unübersehbar. Warum also nicht die Gelegenheit nutzen, auf einem erholsamen Spaziergang mit seinem Huftier das Grün am Wegesrand abknabbern zu lassen, um den Pferdedarm durch solche kurze Knabbersessions auf Frischfutter vorzubereiten? Aber Vorsicht, denn das junge Grün hat es ordentlich in sich. Weniger der Menge der Inhaltsstoffe wegen, sondern vielmehr wegen der möglichen Reaktionen des noch im Wintermodus befindlichen Pferdedarms auf diese Art von Frischfutter. Bleibt es zunächst beim kurzen Grasen am Wegesrand, ist die Sache erst einmal unproblematisch. Pferde mit einem nervösen Magen-Darmtrakt können aber schon jetzt mit unangenehmen Kotwasserausscheidungen auf diese Art der Gewöhnung an Frischfutter reagieren.

Wer weiß, dass sein vierbeiniger Sport- und Freizeitpartner jedes Jahr im Frühling zur Futterumstellung auf Frischfutter empfindlich reagiert, sollte sich daher jetzt rechtzeitig nach einem passenden Futterergänzungsmitttel umsehen, um Kotwasser (nicht zu verwechseln mit Durchfall – das ist ein ganz anderes Thema) rechtzeitig angehen und behandeln zu können. Sehr gut bewährt haben sich hierbei meiner Erfahrung nach präbiotische Ergänzungsfuttermittel mit einem speziellen Zusatz von Galakto-Oligosaccariden (üblicherweise abgekürzt mit „GOS“). Eine Nachfrage im Fachhandel lohnt sich allemal.

Derart gut vorbereitet und versorgt, kann der Frühling dann getrost auch im Futtertrog ankommen.

Mmmhhh – lecker!