Wahre Freundschaft zeigt sich auch bei Pferden nicht in großen Gesten. Sondern im Kleinen, im Verborgenen, im Unaufgeregten.

Da ist das altgediente Schulpferd, das seine unerfahrenen Reiter geduldig Runde um Runde durch die Reitbahn trägt, und ihnen durch seine Ruhe und Gelassenheit Sicherheit im Sattel vermittelt.

Da ist das Familienpferd, das seine junge Reiterin erfolgreich zum Reitabzeichen trägt, obwohl während der entscheidenden Prüfung im Springparcours der Sattel verrutscht ist, weil in der Aufregung vor dem Start vergessen wurde, den Gurt nachzuziehen.

Da ist das kernige, muntere Freizeitpferd, das seine Reiterin auf einmal ganz behutsam und vorsichtig durchs Gelände trägt, seit diese mit ihrem ersten Kind schwanger war.

Da ist das Shetty, das auf dem sicheren Reitplatz oder in der Reithalle ein echter kleiner Teufel ist und jedes Reitmädchen zur Verzweiflung treibt. Im Gelände aber absolut zuverlässig gehorcht und an jeder unübersichtlichen Wegkreuzung zuerst links und rechts nach dem Rechten schaut, bevor es seinen Weg mit seiner kleinen Reiterin fortsetzt.

Da ist die zickige Araberstute, die ihre noch unerfahrene Reiterin auf ihrem ersten Turnier in traumhafter Manier sicher durch den Springparcours trägt und dabei wie die unvergessene Halla bei ihrem berühmten Ritt unter dem schwerverletzten Hans-Günter Winkler (wir erinnern uns: Olympische Spiele Stockholm 1956) jeden Sprung ganz von alleine meistert.

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Nicht jeder kann mit jedem

Wer eine Herdengemeinschaft auf der Weide oder einer großen Koppel aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass das Sozialleben unserer Reittiere ganz ähnlich funktioniert wie bei uns Menschen. Da gibt es Sympathien und Abneigungen, da werden Cliquen gebildet und Individuen ausgegrenzt. Und so ist es durchaus nachvollziehbar, dass es auch im Zusammensein mit uns Menschen nun mal funktioniert oder manchmal eben auch nicht.

Umso schöner ist es dann zu erleben, wenn sich Ihr Pferd wie ein echter Kumpel verhält – immer ehrlich und geradeheraus, wenn‘s mal „klemmt“, aber immer voll da, wenn es wirklich drauf ankommt.

 

Auch beste Freunde streiten mal

Niemand ist jeden Tag gleich gut drauf. Auch Pferde nicht. Wenn es also zwischen Ihnen und Ihrem vierbeinigen Freund heute gerade einmal etwas „knirscht“, dann besinnen Sie sich doch einfach auf die vielen tollen Momente, in denen Ihr Pferd Ihnen gezeigt hat, dass die „Chemie“ zwischen Ihnen beiden eigentlich und im Grunde wirklich stimmt.

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Überlebenswichtige Zuwendung

Darüber, ob das Zusammensein mit einem Pferd klappt, entscheidet auch ein Hormon mit dem etwas umständlichen Namen „Oxytocin“. Es fördert soziale Bindungen und stärkt das Vertrauen. Es hilft aber auch beim Abbau von Ängsten und Stress und kann Aggressionen dämpfen. Dieser auch als „Kuschelhormon“ bezeichnete körpereigene Regulator kommt bei Mensch und Pferd gleichermaßen vor, und bewirkt auch bei beiden Spezies das Gleiche. Eine Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat gezeigt, dass auch Kälber, die bei ihrer Versorgung ein wenig menschliche Zuwendung erfuhren, nachweislich schneller und gesünder heranwachsen als Artgenossen ohne gelegentliche „Kuscheleinheiten“. Ein interessantes Ergebnis, weil es zeigt, dass der Mensch auch artübergreifend Zuwendung geben kann und diese von dem betreffenden Tier auch angenommen werden kann. Streicheleinheiten sind also bei unseren Pferden auch unter medizinischen Aspekten ein wichtiger Teil der täglichen Gesundheitspflege.

Echte Freundschaft ist eben nicht mit Gold aufzuwiegen - aber gerade am heutigen Valentinstag ganz bestimmt mit einer Extra-Kuscheleinheit für Ihr Pferd.

Einfach nur mal so.

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