Der Winter ist für Reitsportler im Allgemeinen und für Geländereiter im Besonderen keine ganz einfache Zeit. Neben den kalten Temperaturen ist es dabei vor allem die kurze Tageslänge, die die gemeinsame Zeit mit dem Pferd draußen im Gelände arg einschränkt.

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Pferde werden munter

Längere Ausritte sollten in dieser Zeit genau durchgeplant werden, um möglichst noch vor Sonnenuntergang wieder zurück am Stall zu sein. Bedenken Sie dabei auch, dass Pferde in der Dämmerung noch aufmerksamer und mitunter schreckhafter sind als am hellen Tag. Ihr vierbeiniger Freizeitpartner kann im Dunklen weitaus besser sehen als das menschliche Auge. Gegenstände, Personen oder Tiere wie freilaufende Hunde oder Katzen können dann zum „Schreckgespenst“ werden, noch lange bevor der Reiter sie bemerkt und sich darauf eingestellt hat. Bei knackig kalten Temperaturen sind viele Pferde unter dem Sattel zudem sehr „kernig“, munter und lauffreudig unterwegs. Dann kann es schnell passieren, dass aus einem frischen Trab unbeabsichtigt ein feuriger Galopp wird, aus dem sich die Pferde nur ungern zurückholen lasen.

 

Nicht die Orientierung verlieren

Sinkt die Sonne hinter den Horizont, kann auch die Orientierung im Gelände zum Problem werden. Denn selbst das bekannteste Terrain sieht bei Dämmerung und erst recht im Dunklen ganz anders aus als tagsüber, weil das fehlende Licht das Sichtfeld eingrenzt. Sich dann mit einer Taschenlampe zu bewaffnen, um sich den Weg gewissermaßen heimzuleuchten, ist dabei keine gute Idee. Denn der Lichtkegel erhellt die Umgebung nur unzureichend und keineswegs ausreichend, um sich damit zu orientieren. Geben Sie lieber Ihren Augen Zeit, sich an das fahle Dämmerlicht zu gewöhnen. Sie werden staunen, wie hell dann eine Nacht im Mondlicht plötzlich sein kann.

 

Um jeden Preis auffallen

Führt Sie Ihr Weg in der Dämmerung entlang von befahrenen Straßen, sollten Sie sich unbedingt mit einer reflektierenden Warnweste und Ihr Pferd mit einer Reflektordecke ausstatten, um schon von Weitem aufzufallen. Pferde mit dunklem Fell und Reiter mit dunkler, gedeckter Kleidung haben für die übrigen Verkehrsteilnehmer gewissermaßen eine „Tarnkappe“ auf. Achten Sie bei der nächsten Fahrt zum Stall einmal bewusst darauf, wie schlecht Reiter selbst auf großen Pferden ohne reflektierende Ausstattung im Dämmerlicht zu sehen sind.

Auf den Wegen bleiben

Sich mit seinem Reittier auf den ausgewiesenen (Reit-) Wegen aufzuhalten, ist im Winter gleich aus mehreren Gründen absolut angesagt. Denn zum einen ist im Winter in vielen Waldgebieten Erntezeit, und der Holzeinschlag in vollem Gange. Zwar sind Wege in Gebieten, in denen derartige Waldarbeiten stattfinden, sowieso deutlich erkennbar durch rot-weiße Trassierbänder und Warnschilder gesperrt. Gegenden, in denen die Geräusche von Motorsägen und krachenden Bäumen zu vernehmen sind, sollten Reiter ihren Pferden und ihrer eigenen Sicherheit zuliebe auch ohne Plastikbänder und Warnschilder besser meiden und großräumig umgehen.

 

Rücksicht auf Wildtiere

Wenn im Winter die Bäume im Wald ihr Laub abgeworfen haben und am Boden Büsche und Gräser verwelkt sind, finden tierische Waldbewohner nur wenig Deckung, um sich vor Störungen zurückzuziehen. Wildtiere, die in ihren Verstecken aufgescheucht werden, verbrauchen auf der Flucht viel wertvolle Energie, die sie aufgrund des mageren Futterangebots nicht ersetzen können. Auch deshalb sollten Reiter und natürlich auch andere Waldbesucher auf den Wegen bleiben. Denn dann sind sie für Fuchs, Hase und Co. berechenbar und vertreiben sie in der Regel nicht.