Pferdeleckerlis ganz einfach selbst machen

Weil in Corona-Zeiten der gelegentliche Gang ins Reitsport-Fachgeschäft ausfallen muss, kann es dadurch auch passieren, dass zuhause der Vorrat an Pferdeleckerlis allmählich knapp wird. Das ist umso ärgerlicher, als dass viele Pferdebesitzer derzeit nur sehr begrenzt zu ihrem Pferd dürfen. Die wenige Zeit, die man mit seinem vierbeinigen Kumpel verbringen kann, soll für beide, Reiter und Pferd, dann natürlich zu einem tollen Erlebnis werden.

Da der alltägliche Fütterungsplan in der Regel mit Heu und Hafer für die meisten Pferde meist sehr eintönig ausfällt, sind sie natürlich für jede lukullische Abwechslung schnell zu begeistern. Für alle, die ihrem Pferd trotz der derzeitigen Schwierigkeiten etwas besonders Gutes tun wollen, haben wir deshalb ein paar ganz einfache Backanregungen für Pferdeleckerlis zusammengestellt, die viel Raum für individuelle Ergänzungen lassen. Denn auch Pferde haben ganz individuelle Geschmäcker.

 

So wird’s gemacht

Leckere Belohnungen, die zudem noch eine tolle Farbe aus natürlichen Zutaten aufweisen, sind zum Beispiel Rote-Bete- oder Karotten-Leckerlis. Dafür brauchen Sie:

100 g   Zuckerrübensirup, 200 g Weizenvollkornmehl, 150 g Vollkornhafermehl (gibt es in gutsortierten Drogeriemärkten), und dazu 50-100 ml Rote-Bete-Saft für ein kräftiges Rot, oder 50-100 ml Karottensaft, wenn die Leckerlis orangefarben werden sollen.

 

Auch Kräuter-Leckerlis lassen sich ganz einfach herstellen. Sie brauchen:

225 g Zuckerrübensirup, 200 g Weizenvollkornmehl, 150 g Vollkornhaferflocken, 10-20 Kräuterbonbons und ca. einen halben Liter Wasser.

Für beide Leckerli-Sorten gilt: Alle Zutaten zusammenmischen und gut durchkneten. Kleine Rollen oder Kügelchen formen, auf ein Backblech legen und bei ca 180° C für 10 Minuten backen. Dann die Leckerlies auskühlen und -ganz wichtig- vor dem Verfüttern 2 Tage durchtrocknen lassen.

 

Pferde sind nicht bestechlich

Der für das soziale Miteinander von Menschen so richtige Satz „kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ gilt für Pferde nicht. Wer also seinem vierbeinigen Freizeitpartner „nur mal so“ eine gutgemeinte Belohnung zusteckt, erreicht eigentlich gar nichts. Oder höchstens das Gegenteil, indem sich Ihr Pferd schnell an derartige Präsente gewöhnt, und diese dann alsbald auch sehr deutlich einfordern wird, sobald Sie die Box betreten. Der eigentlich beabsichtigte Belohnungseffekt für den Moment, in dem sich Ihr Pferd tatsächlich ein Leckerli-Lob verdient hat, weil es etwas gut und richtig gemacht hat, ist dann natürlich dahin. Verwenden Sie ein Leckerli daher niemals grundlos gewissermaßen als „Bestechung“, um sich das Wohlwollen Ihres Huftiers zu sichern. Nur wenn Ihr Pferd im Training oder im alltäglichen Umgang etwas richtig gemacht hat, macht auch ein Leckerli Sinn. Und damit es das Lob mit seiner Handlung in Verbindung bringen kann, haben Sie für die Leckerli-Gabe lediglich drei Sekunden Zeit. Sind Sie mit dem Lob zu zögerlich, ist dessen Wirkung, nämlich die positive Verstärkung eines erwünschten Verhaltens, ganz schnell verpufft.

Damit das Belohnungsleckerli auch immer sofort zur Hand ist, wenn sich Ihr Pferd ein dickes Lob verdient hat, können Sie es den alten Reitmeistern vergangener Jahrhunderte gleichtun. Denn diese trugen bei der Arbeit mit den Pferden unter ihrer Uniform stets einen kleinen Beutel mit Leckereien am Gürtel. Wer also durch die derzeit geltenden Stallbeschränkungen nur wenig Zeit bei und mit seinem Pferd verbringen darf, kann sich ja mal in einer „stillen Stunde“ solch einen Beutel anfertigen und dann beim nächsten Besuch im Stall ausprobieren.

Und zum Schluss: Wer den eigenen Back-Künsten misstraut, kann sich natürlich im richtigen Moment auch mit ausgiebigem Loben und Streicheln behelfen. Denn auch das mögen alle Pferde sehr, sehr gerne. Ein weiterer Vorteil: ein Lob oder eine streichelnde Liebkosung ist immer und überall schnell zur Hand. Und kann nicht zuhause vergessen werden.