So finden Sie das richtige Gebiss für Ihr Pferd

Hätte es im Altertum schon Reitsportausstatter gegeben, hätten die Kunden von damals bei der Suche nach einem passenden Trensengebiss für ihr Pferd bereits die Qual der Wahl gehabt. Denn wer sich altertümliche Pferdedarstellungen einmal genauer betrachtet, wird feststellen, dass schon die Menschen der Antike für jeden Zweck entsprechende Trensengebisse entwickelt hatten – ob für Pferde vor dem Streitwagen, für Repräsentationspferde unter dem Sattel mächtiger Herrscher oder für Arbeitspferde vor dem Karren im Alltag der Bauern, Händler und Handwerker. Und genau diese Tatsache ist auch die Grundlage für das schier unübersehbar große Angebot an Spezialtrensen in den Reitsportläden unserer Zeit.

 

Auf den Zweck kommt es an

Wer sich auf die Suche nach einem passenden Gebiss für sein Pferd begibt, sollte sich klar darüber sein, was für ein Gebiss es eigentlich sein soll. Denn ein Gebiss ist immer nur ein Mosaikstein im Zusammenspiel der Hilfengebung, bestehend aus Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen. Stellen Sie sich vor dem Besuch im Reisportgeschäft zunächst folgende Fragen: Welchen Zweck soll das Gebiss erfüllen? Ist es ehrlicherweise mehr als eine Art „Lenkhilfe“ gedacht, um mit dem Vierbeiner sicher und entspannt durchs Gelände zu bummeln? Oder soll es für den Einsatz im ambitionierten Reitsport verwendet werden? Soll damit an einem bestimmten Problem der Zügelanlehnung und der Versammlung gearbeitet werden?

 

Schmerzfrei unterwegs

Fragen Sie sich dann als nächstes, wie empfindlich Ihr Pferd im Maul ist. Trensengebisse mit langen Anzügen, auch „Schenkel“ genannt, wirken meistens viel direkter und intensiver als Gebisse mit Ringen. Das gilt auch für die Gestaltung des Gebisses selber: Stangen ohne Gelenke wirken sehr direkt auf die Laden der Unterkiefer, wohingegen einfach gebrochene Trensengebisse bei einer unnachgiebigen Reiterhand schnell eine Art „Nussknackerwirkung“ auf die Unterkiefer entfalten. Milder sind da schon doppelt gebrochene Gebisse mit zwei Gelenken. Sie bieten im Gegensatz zu Stangengebissen zudem den Vorteil der feineren einseitigen Zügeleinwirkung.

 

Fest im Sattel

Die nächste Frage, die Sie sich stellen sollten, ist vielleicht etwas unangenehm, aber mindestens ebenso wichtig für das Wohlbefinden Ihres Pferdes wie die vorangegangenen Aspekte der Form und Ausstattung der Gebisse. Beantworten Sie sich bitte ehrlich die Frage: Wie zügelunabhängig ist mein Sitz? Habe ich wirklich eine unabhängige, ruhige Zügelhand, oder wäre hier noch „Luft nach oben“? Wer dazu neigt, versehentlich eher einmal kräftig „zuzupacken“, ist in der Abteilung der etwas dickeren Gebisse besser aufgehoben als in den Regalen der dünnen Trensengebisse. Bedenken Sie immer, dass sich im Pferdemaul zwischen Trensengebiss und Kieferknochen lediglich eine ganz dünne, nervendurchsetzte Haut befindet, und jeder Druck des Gebisses ungefedert direkt auf den Kieferknochen wirkt.

 

Die Preisfrage

Der letzte Aspekt bei der Wahl eines passenden Trensengebisses ist die Frage, wie hoch der Preis für das „gute Stück“ sein darf. Die Kosten richten sich dabei nicht nur danach, wie aufwändig das Gebiss verarbeitet ist, sondern auch, aus welchem Material das Gebiss gefertigt ist. Es hat sich gezeigt, dass manche Pferde allergisch auf Nickelverbindungen reagieren. Daher bietet der Fachhandel eine breite Palette nickelfreier Gebisse an. Und da ein Gebiss meist ein ganzes Pferdeleben lang halten soll, dürfen Sie an das Material und die Verarbeitung ruhig höhere Ansprüche stellen.

Haben Sie in dem großen Angebot der Formen, Materialien und Funktionen die Übersicht verloren, was aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Trensenformen schnell mal passieren kann, wird Ihnen im Reitsportfachhandel ein Gespräch mit einem versierten Berater weiterhelfen.