Wie fit ein Pferd ist, zeigt sich vor allem an seinen Vitalwerten. Aber welche sind das? Und vor allem: wie kann man sie messen?

Die wichtigsten Vitalwerte bei Pferden sind der Puls, die Atmung und die Körpertemperatur. Sie werden kurz auch als PAT-Werte bezeichnet, und geben Aufschluss darüber, wie es um die Fitness eines Pferdes bestellt ist. In der Veterinärmedizin gibt es zwar gewisse Referenzwerte, aber natürlich hat jedes Pferd ganz individuelle PAT-Werte. Diese können zum einen dem Tierarzt wichtige Hinweise gerade bei Erkrankungen geben, deren Ursache nicht so leicht festzustellen ist. Sie sind aber auch gute Kennzahlen dafür, ob und wie es im Training voran geht. Doch um das herauszufinden, muss man die Normalwerte seines Pferdes erst einmal kennen. Deshalb empfiehlt es sich, bei passender Gelegenheit einmal nachzuschauen, und sich diese Werte am besten auch im Equidenpass auf einem separaten Zettel zu notieren. Ganz wichtig zu wissen: Die PAT-Werte sind nur dann aussagekräftig und vergleichbar, wenn sie bei einem gesunden Pferd und als Ruhewert erfasst werden. Und so wird’s gemacht:

 

Heißblütig oder cooler Typ?

Beginnen wir mit dem einfachsten, dem Messen der Körpertemperatur. Sie sollte bei einem Pferd über fünf Jahren bei etwa 37,5 bis 38,0° Celsius liegen. Bei einem Pferd unter fünf Jahren darf‘s als Obergrenze auch ruhig ein halbes Grad mehr sein, also 38,5° Celsius. Fürs Messen reicht ein normales Fieberthermometer aus. 

 

Zug um Zug

Als nächstes kümmern wir uns um die Atemwerte, also wie oft Ihr Pferd pro Minute ein- und ausatmet. Diesen Wert durch Beobachten der Bauchdecke zu ermitteln, ist allerdings zu ungenau, weil bei einer ruhigen Atmung nicht jeder Atemzug sicher erkannt werden kann. Besser ist es, die Hand vor die Nüstern zu halten, um das Ausatmen mitzuzählen. In Ruhe atmet ein Pferd etwa 12 Mal pro Minute, der Referenzbereich liegt bei acht bis 16 Atemzügen pro Minute.

Weil eine Minute für ein vielleicht etwas ungeduldiges Pferd aber recht lang werden kann, reicht es, wenn Sie 15 Sekunden lang mitzählen und den Wert dann mal vier nehmen, um auf den Minutenwert zu kommen. Den Ruhewert der Atmung seines Pferdes zu kennen, ist für das tägliche Training ungemein praktisch. Denn: je schneller ein Pferd nach einer anstrengenden Trainingseinheit mit viel Trab und Galopp zu seinem Atem-Ruhewert zurückfindet, desto besser ist seine Kondition.

 

Schlag auf Schlag

Den Puls eines Pferdes zu erfassen, braucht ein wenig Übung. Sind Sie zufällig gerade kein Tierarzt, der sich mit seinem Stethoskop behelfen kann, dann fühlen Sie einfach mit der Hand nach. Das geht am besten an den Innenseiten der Ganaschen oder an den Innenseiten der Unterschenkel, also dem Bereich zwischen Sprunggelenk und Knie. Eine andere, allerdings etwas schwerer zu ertastende Stelle ist die Unterseite der Schweifrübe. Hier ist allerdings Vorsicht angebracht, denn längst nicht jedes Pferd lässt sich so etwas problemlos gefallen.

Haben Sie den Puls sicher ertastet, zählen Sie, wie schon bei der Atmung, wieder 15 Sekunden lang, und multiplizieren Sie den Wert dann wieder mit vier, um den Minutenwert zu bekommen. Der Pulsschlag sollte zwischen 32 und 44 Schlägen pro Minute liegen. Und wie die Atmung ist auch der Puls, also die Herzfrequenz, im Training eine gute Messgröße für die Fitness eines Pferdes. Je schneller er nach einer Trainingseinheit wieder auf den Ruhewert zurückfällt, desto fitter ist das Herz Ihres Pferdes.

Übrigens: wem das manuelle Erfassen der PAT-Werte zu umständlich ist, für den haben wir bei Stübben mit unserem Equisense Motion S ein tolles Fitnesstracker-Set für Pferde im Angebot. Schauen Sie einfach mal bei stuebben.com unter „Zubehör“ nach.