Joh's Stübben - Saddlemakers since 1894 Teil I

 

Seit 125 Jahren vereint Stübben traditionelle Handwerkskunst und Erfahrung mit neuesten Innovationen sowie bester Funktionalität. 1894 hat die Erfolgsgeschichte mit einer kleinen Sattlerei in Krefeld begonnen. Heute werden die Produkte der Weltmarke Stübben unter Leitung der fünften Generation des inhabergeführten Traditionsunternehmens auf allen Kontinenten in über 60 Ländern vertrieben. Die langjährige Expertise, der ständige Austausch mit internationalen Spitzensportlern im Reitsport sowie die Verarbeitung hochwertigster Rohstoffe in den eigenen Manufakturen machen die Sättel und Lederartikel von Stübben zu etwas ganz Besonderem. In allen Manufakturstandorten steht eine verantwortungsvolle Produktion im Fokus. Stübben setzt dabei ausschließlich auf die Verarbeitung nachhaltiger Rohstoffe, die nicht nur Pferd und Reiter, sondern auch der Umwelt zugutekommen.

Stübben - Handwerkskunst

 

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte (1894 - 1919)

Krefeld 1894 - Sattlermeister Johannes Stübben und seine Frau Maria schmieden ihre gemeinsame Zukunft: Sie wollen sich mit einem eigenen Spezialledergeschäft in Krefeld niederlassen. Die niederrheinische Stadt scheint dafür der richtige Ort zu sein, denn mehr als 100 Jahre zuvor gelangte Krefeld durch Samt- und Seidenmanufakturen zu Ansehen und Wohlstand. Sie finden ein Haus am Ostwall 185, dem „Krefelder Boulevard“, welches für die nächsten Jahrzehnte Sattlerei, Ladengeschäft und Wohnhaus zugleich werden sollte. Wie sich bald herausstellte, war dies genau die richtige Entscheidung, denn schnell etablierte sich ein fester Kundenstamm im Geschäft der Stübbens.

Stübben - der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Pferde und Kutschen prägen das Straßenbild dieser Zeit, der Reitsport hat noch keinesfalls die heutige Bedeutung. Pferde sind vielmehr Transportmittel und Arbeitstiere und so werden in Stübbens Werkstatt neben Sätteln vor allem Kutschengeschirre gefertigt und repariert. Qualität, Langlebigkeit und Individualität zeichnen die Produkte von Stübben aus. Wegen dieser handwerklichen Perfektion ist Stübben schon bald weit über die Region bekannt und gefragt. Gemeinsam mit fleißigen und geschickten Gesellen und seiner Frau Maria, die neben der Erziehung der vier Kinder die kaufmännische Verantwortung trägt, führt Johannes das Unternehmen zum Erfolg. Im Jahre 1906 verlegte der damalige deutsche Kaiser, Wilhelm II., das 2. Westfälische Husarenregiment Nr.11 von Düsseldorf nach Krefeld. Vier Jahre zuvor, bei einem Besuch Wilhelms des II. zur 200-Jahr-Feier der Zugehörigkeit Krefelds zu Preußen, hatte dieser versprochen, Krefeld zur Garnisonsstadt zu machen. Die Nachfrage nach Stübben Produkten wächst, denn die Offiziere zählen schon sehr bald zur festen Kundschaft. Feinstes Sattelzeug ist gefragt und Sattlermeister Stübben kann es liefern. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert sich das Leben der Familie Stübben schlagartig. Der zweitälteste Sohn Carl, der als gelernter Sattler ebenfalls im Familienbetrieb arbeitet, wird im Krieg schwer verwundet. Außerdem verändert die in den 1920er-Jahren einsetzenden Hyperinflation nach dem Krieg das wirtschaftliche Leben immens und die Nachfrage nach Pferdeartikeln sinkt, da nur noch sehr wenige Personen wie Offiziere, Aristokraten oder sehr wohlhabende Menschen sich Pferde leisten können. Zwangsläufig erweitert Stübben sein Sortiment hin zu Dingen des täglichen Bedarfs. Lederwaren wie Taschen und Koffer werden von nun an im Ladengeschäft am Ostwall verkauft und sichern in dieser Zeit den Lebensunterhalt. Kaum ist Carl Stübben wieder genesen, übernimmt er die Leitung des elterlichen Betriebs. Seine Tätigkeit führt ihn häufig nach Offenbach, einem der Zentren der deutschen Lederwarenindustrie, wo er Fertigware gegen Leder eintauscht, neue nützliche Kontakte in der Branche knüpft und damit den Grundstein für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens legt.

Stübben - Lederwaren

 

Schwierige Zeiten und neue Chancen (1919 - 1949)

Krefeld 1919 - Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist alles andere als unbeschwert, trotzdem hat die Familie Stübben zu Beginn einiges zu feiern. Das Unternehmen zelebriert sein 25-jähriges Bestehen und auch eine Hochzeit steht ins Haus: Carl heiratet seine Auguste. Wie schon ihre Schwiegermutter unterstützt sie ihren Mann mit ganzer Kraft und kümmert sich auch nach der Geburt ihres Sohnes Werner nicht nur um den Haushalt und das Wohl ihrer Männer, sondern auch um die Bücher des Unternehmens. Ihrem einzigen Sohn Werner ermöglichen sie nach dem Abitur einen viermonatigen Auslandsaufenthalt bei einer bekannten Ledermanufaktur in dem Land, das seit jeher als Zentrum der Feinlederwarenindustrie gilt: Italien. Dort lernt er neben Technik, Design und Trends der Lederwarenfertigung auch Sprache und Kultur kennen. Durch seine aufgeschlossene Art knüpft er in Florenz ein Netzwerk aus kreativen Herstellern, Händlern sowie Kunden und schließt lebenslange Freundschaften. Den Kopf voller neuer Eindrücke und Ideen kehrt er zurück und will diese möglichst schnell in die Tat umsetzen. Allerdings wird Werner unmittelbar nach seinem Auslandsaufenthalt in Italien 1941 zum Militärdienst eingezogen. Bei einem Bombenangriff auf Krefeld 1943 wird das Gebäude, das der Familie Stübben nun seit fast 50 Jahren als Wohn- und Geschäftshaus diente, vollkommen zerstört. Am Ende des Krieges steht die Familie vor den Trümmern ihrer mühsam aufgebauten Existenz. Insbesondere Carl und Auguste fällt es schwer, wieder ganz von vorn zu beginnen, hatten sie doch schon so viel durchgemacht. Ihr Sohn Werner, der ursprünglich Jura oder Volkswirtschaft studieren wollte, kommt ihnen jedoch in dieser Situation zu Hilfe. Er nimmt die Herausforderung der Stunde an und ist fest entschlossen, den Familienbetrieb wiederaufzubauen. So räumt er gemeinsam mit seinen Eltern und Freunden nach dem Krieg die Trümmer beiseite und baut das Haus sowie die Lederwerkstatt an alter Stelle wieder auf.

Stübben - Lederwerkstatt